Die Leute ziehen vorbei. Koffer ziehend, Taschen schleppend. Auf dem Weg nach ganz weit weg. Ich frage mich, wo sie hin wollen. Treibt sie der gleiche Frust wie mich? Alle sind dick eingepackt. Mütze, Handschuhe und Schal. Der sehnlichst erwartete Schnee. Weiße Weihnachten waren es nicht, aber jetzt verspricht er einen guten Rutsch ins neue Jahr. Rutschen oder ausrutschen? Es kann aber auch bedeuten warten zu müssen. So wie ich jetzt. Wenn sich die Freude an den sanften Schneeflocken, die all den Lärm der Hauptstadt dämpfen und die grauen Neubauten verzaubern in weiße Riesen; wenn sich diese Freude umwandelt in Frust. Frust, dass Schnee auch das Leben dämpft. Alles hält ein wenig still und wenn man sich gerade bewegen will und auch muss, dann kann der Schnee sich anfühlen, wie Fesseln der Natur.
Dezember 2015, Berlin
Unruhe. Der Laptop wird untersucht auf Sprengstoff. Als Ergebnis kommt ein “Zum Glück.”.
Was hat das denn mit Glück zu tun, ich war mir sicher. Laptop wird untersucht, die Tasche auch. Stiefel bleiben aber an. Alles immer mit einem charmanten Lächeln auf dem Gesicht, nah schönen Dank. Ich will nach Hause. Und zu ihm. Der Boden ist grau und die Leute hetzen vorbei. Kein Sprengstoff, aber die Ungeduld züngelt still vor sich hin. - Und der Schnee dampft.
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